sommertermine…

sommertermine…

gibt es doch noch einige:

am 3. mai spreche ich zu rassismus und nationalismus im fußball in der volkshochschule/solingen und am 4. mai früh bei einem kongress der kreuzberger initiative gegen antisemitismus und des zentrums für antisemitismusforschung der TU berlin in frankfurt a.m..

am 8. mai dann noch zusammen mit GABRIEL KUHN im subversiv/berlin-mitte zu “linke fußballfankultur – geht das?” (20 h).

am 4. juni diskutiere ich beim eröffnungspodium der ausstellung “tatort stadion 2″ in magdeburg/roncalli-haus (14 h), am 9. juni zusammen mit BRITTA LENZ in der galerie zero/berlin-mitte zu fußball als herrschaftsstabilisierendes element (16 h).
am 24. juni geht’s im festsaal kreuzberg um nationalismus und rassismus, am 29. juni an der deutschen sporthochschule köln zu identität und ultras.
am 9.7. kommentiere ich u.a. zusammen mit patrick gasser von der uefa um 9:30 uhr die konferenz “media, diversity & racism in sport” von media against racism in sport (mars) im rbb-gebäude. am 14.7. moderiere ich das podium zu “offensive behaviour” beim kongress von football supporters europe (FSE) in istanbul.

übersichtlicher in der rubrik: TERMINE 2012…

Zwei Veranstaltungen – davon eine zu Ehren Peter Brückners

Zwei Veranstaltungen – davon eine zu Ehren Peter Brückners

Am 2.3.2012 schwadroniere ich um 15:30 zu Das Leitbild erfinden. Zur Identitätsbildung bei Ultras als Fußball-Fangruppierungen zwischen Kultur und Kommerz in Deutschland im Rahmen des Kongresses “Sozialpsychologie des Kapitalismus. Zur Aktualität Peter Brückners” im Seminarzentrum der Freien Universität Berlin. Zu empfehlen ist dort auch der Vortrag meiner Kollegin : “Ganz entspannt in Schwarz-Rot-Gold. Der neue deutsche Fußballpatriotismus aus sozialpsychologischer Perspektive” (am 3.2. um 16:45). Zu Gedenken sei an dieser Stelle an den von mir hoch geschätzen Peter Brückner: http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Brückner.

Das gesamte Kongressprogramm der Neuen Gesellschaft für Psychologie gibt es hier:

http://www.ngfp.de

Einige Tage davor, am 28.2.2012 bin ich beim 3. Runden Tisch des Projekts “Politische Bildung und Vielfalt. Fußball als Integrationsmotor in Europa?” im Pressezentrum des ehrwürdigen Bochumer Ruhrstadions, in dem ich Anfang der 1980er mein erstes Bundesligaspiel im Stadion sah.

Anlässlich des Fankongresses 2012 hier ein Interview mit mir bei ZDF Online über Selbstregulation:

http://fussball.zdf.de/ZDFsport/inhalt/6/0,5676,8448070,00.html?dr=

Auch zu Gesichtserkennungsrobotertum am Stadion konnte ich bei Spiegel Online etwas sagen:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,812581,00.html

 

zu hören gibt’s ein wenig was von mir anlässlich des Fankogresses, beim DeutschlandRadio:

http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2012/01/26/dlf_20120126_2036_fd744061.mp3

 

zu sehen ab und an hier, anlässlich der “Tatort Stadion 2″-Ausstellung von BAFF in Innsbruck:

www.youtube.com/watch?v=OI3D8KElhxw&feature=share

bis bald,

gerd

Offener Brief von Wissenschaftler_innen

Offener Brief von Wissenschaftler_innen

Am 14.11.2011 findet sich auf Einladung des Bundesinnenministers ein „Runder Tisch“ zusammen, der Maßnahmen erörtern will, mit denen der „Gewalt im Fußball“ entgegen gewirkt werden soll. Die unsachlichen und zunehmend hysterischen Aussagen im Vorfeld sowie die personelle Zusammensetzung der Runde – welche mit Ausnahme der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS) all jene ausschließt, die sich Fanszenen zugehörig fühlen bzw. unmittelbar mit dieser in Kontakt kommen – lässt wenig Gutes erahnen.

In zeitlicher Nähe zu den Vorfällen beim live im ZDF übertragenen Pokalspiel BV Borussia Dortmund gegen SG Dynamo Dresden, die diesmal zum Auslöser von wellenartig wiederkehrenden „moral panics“ wuchsen, wurde der neue Jahresberichtes der polizeilichen Zentralen Informationssammelstelle Sport (ZIS) veröffentlicht. Dort ist von einem „schwankenden aber tendenziell konstant hohen“ Gewaltniveau die Rede, bei dem aber nur 0,0003% der Zuschauer durch Fangewalt oder bei Einsätzen der Polizei verletzt werden. Die Unterzeichnenden wollen Gewaltförmigkeit im Fußball keineswegs verharmlosen bzw. ihre Opfer verunglimpfen. Die Relationen angesichts der Hysterie sind jedoch untragbar.

Es lässt sich seit Jahren genau zurückverfolgen, wie sich sichtbar werdende Gewaltförmigkeit in Fußball-Zuschauerkulturen im öffentlichen Diskurs in unregelmäßigen Abständen zu einer „neuen Dimension“, einer „tickenden Zeitbombe“ oder wahlweise bevorstehenden „italienischen“ oder „polnischen Verhältnissen“ konstruieren. Alle zuständigen Institutionen, einige Fanforscher, Fanarbeiter und selten Fans tauchen dann mit redundanten Reaktionen in den Medien auf. Das Ergebnis ist immer gleich: ein mysteriöser öffentlicher Druck erzeugt Handlungsdrang bei den zuständigen Institutionen.

In der Wahrnehmung wird Pyrotechnik weder von Gewalt getrennt betrachtet, noch werden die Gründe dafür als Grundlage für kontinuierliche Maßnahmen zu Rate gezogen. Die gelegentlich eingewobene Fanarbeiter- oder Fanforscherstimme verkommt im Gesamtdiskurs zu einem rechtfertigenden Feigenblatt.

Schauen wir uns an, wie häufig in der Geschichte der Gewaltförmigkeit im Fußballumfeld ad hoc Maßnahmen beschlossen wurden, die Fanszenen langfristig veränderten, ist eines sicher: Gewaltförmigkeit gibt es weiter, in sich stets verändernden Formen. Wären wir dabei stets in eine „neue Dimension“ der Gewalt eingetreten, müsste es inzwischen Mord und Totschlag auf den Rängen geben.

Dass die Straftaten beim Oktoberfest relativ betrachtet höher liegen, interessiert ebenso nicht. Würde man Deutschlands Schützenfeste oder Kneipenschlägereien zu einer Szene konstruieren und ihr nur annähernd so viel mediale Aufmerksamkeit schenken, wie einigen Minderheiten unter Millionen Fußballfans, dann wäre dieses Land ein einziger Runder Tisch.

 Jugendliche und jungerwachsene Fußballfans wachsen in einem Land auf, in dem Jugendeinrichtungen und Forschung nach neuen, lebensweltorientierten Ansätzen stets und drastisch zusammengestrichen wurden. Parallel hat sich die Welt des Kommerzes und des Konsums vor ihnen entfaltet, kostenfreie, gemeinschaftsfördernde Erlebnisfelder und Freiräume werden zunehmend beschnitten. „Runde Tische“ sind auch eine hilflose Konsequenz dessen. Auch wenn die Anzahl der sozialpädagogischen Fanprojekte angestiegen ist, entspricht ihre Ausstattung oftmals bei weitem nicht den Vorgaben des Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit (NKSS).

 Werden Fans in jüngeren Jahren an „Runde Tische“ geladen, wird ihr Dialogvorschuss institutionell kaum auf Augenhöhe geführt und frustriert. Als nach Fangeprächen mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau vor der WM 2006 letztendlich das Bundesinnenministerium und DFB die Einrichtung einer Ombudsstelle für Fanangelegenheiten bekannt gaben, wollte die später niemand mehr finanzieren oder umsetzen. Die einzige Konsequenz des letzten DFB-/DFL-Fankongresses 2007 war seitdem die Herabsetzung der Stadionverbotshöchstdauer von fünf auf drei Jahre. Ansonsten blieb die damals eingerichtete AG Fandialog ergebnislos. Darüber hinaus wurde das antidiskriminierende, bundesweit tätige, erfolgreiche Ein-Mann-Projekt „Am Ball bleiben“ nicht institutionalisiert und aufgestockt, sondern nach drei Jahren Laufzeit schlichtweg vom zuständigen Bundesministerium und dem DFB eingestampft. Zusätzlich leistet sich niemand einen wissenschaftlichen Beirat, der langfristig angelegte, sozial orientierte Lösungsvorschläge mit Rat und Studien unterstützt.

 Jüngstes Beispiel ist der Umgang von DFB und DFL mit der von Ultragruppen vorgebrachten Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“. Ziel der in Zusammenarbeit mit Juristen erarbeiteten Kampagne ist es, lokale Pilotprojekte zu schaffen, die legales, kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik im Rahmen von Fußballspielen ermöglichen. Man verzichtet explizit auf Knallkörper und Leuchtspurmunition/Raketen.

Wie auch die Millionen Mitglieder starke, von der UEFA geförderte Fanorganisation Football Supporters Europe „FSE“ mit Sitz in Hamburg immer wieder betont, gibt es Beispiele in Europa, wo ein solches Abbrennen z.B. nach Feuerwehrkurs, mit Pyro-Pass und Kennzeichnung der Pyro-Bereiche im Stadion durch Schilder sowie schon beim Kartenvorverkauf einerseits die Inszenierung der Ultras sicher macht, andererseits dem Verein und den Medien die gewollte Stimmung bringt.

Nach fortgeschrittenem Dialog und einem nahezu eingehaltenen Pyroverzicht der beteiligten 150 Ultragruppen von über 50 Vereinen, brachen DFB und DFL den Dialog nach einem Rechtsgutachten ab. DFL-Vertreter Rauball verhöhnte Ultragruppen und den Dialog daraufhin, als er öffentlichkeitswirksam verkündete: „Es gibt da eine Geisterdebatte, dass der DFB und die Liga die Pyros doch ‘legalisieren’ könnten.“

 Nach wie vor setzen sich die Initiatoren der Kampagne „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“ für ein selbstreguliertes Abbrennen von Pyrotechnik ein. Auch wenn die Aussichten auf Pilotprojekte – wie etwa in Düsseldorf, wo man sich mit Verein, Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei bereits einig war – seit dem rigorosen Veto des DFB und der DFL äußerst gering sind.

 Weder die Ereignisse von Dortmund, noch die Statistiken der ZIS sind repräsentativ für die vielschichtige Entwicklung, die die deutsche, organisierte Fansgruppenzene in den letzten Jahren genommen haben. Mit dem Auftauchen und der Verbreitung des Fanmodells „Ultra“ hat sich eine nach außen bemerkenswert vielfältige, selbstregulierende, self-empowernde, partizipatorische Fankultur etabliert, die weitestgehend aktiv anti-demokratischen Tendenzen vorbeugt und sich für die Umsetzung von Menschen- und Bürgerrechten einsetzt. Selten war das Potenzial so hoch wie heutzutage, eine erfolgreiche Selbstregulierung in den Fanszenen zu etablieren.

 Von Anfang an sehen sich Ultras von drastischen Polizeiaufgeboten und Maßnahmen begleitet. Öffentlich werden sie zu „folk devils“ stigmatisiert. Dabei ist das Gewaltniveau in Deutschland nicht höher als in anderen europäischen Ländern, wo die Bundesligen als Beispiel für den Erhalt der Fankultur bei hoher Sicherheit gelobt werden. Ergebnis davon ist, dass die Bundesliga seit Jahren den mit Abstand besten Zuschauerschnitt in ganz Europa aufweist. Noch deutlicher wird dieser Zusammenhang bei den hervorragenden Zuschauerzahlen in der Zweiten Bundesliga – abseits der Erfolge und des Fußballs der Stars. Hier gehen die Leute auch hin, weil ihnen, egal wie das Spiel läuft, ein – in aller Regel – friedliches Spektakel auf den Rängen geboten wird.

 Ultragruppen mieten Hallen zur Tage dauernden Vorbereitung von Massenchoreografien, betreiben in eigenen Jugendräumen ehrenamtliche soziale Arbeit, sammeln Gelder für wohltätige Zwecke, organisieren Auswärtsbusse und Fanturniere, helfen sich bei der Bewältigung des Alltags z.B. durch Nachhilfeunterricht und Bewerbung schreiben, bewegen sich mit Aktionen auf Flüchtlinge und Asylsuchende zu, sind bedeutend bei der Durchsetzung eines antirassistischen Grundkontextes in zahlreichen Fällen, etc. Hier erlernen die Demokrat/inn/en von morgen, wie Demokratie funktionieren kann. Die wenigen Punkte können die Heterogenität der Ultras und ihre Bedeutung als Gradmesser und Seismograf für Deutschlands Fanszenen nur andeuten.

 Nicht nur deshalb verwundert uns externe Beobachter der Umgang mit Ultragruppen in vielerlei Hinsicht, derzeit besonders bezüglich des Dialogs zu „Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“. Nach diesem Verlauf der Gespräche ist nicht zu erwarten, dass die Fan- und Ultraszene nun auf Pyrotechnik verzichtet. Im Gegenteil: Es wird in Zukunft weiter gezündet werden. Besonders aktuell im frischen Frust. Ultras wissen, dass sie eine Strafe erwartet und werden diese bei angemessenem Strafmaß auch antreten. Dies muss eine Demokratie aushalten. Während Sie diesen Brief lesen, fahren viele tausend Menschen in Deutschland mit Kalkül viel zu schnell in ihrem Auto und gefährden dadurch die Unversehrtheit und das Leben von sich und anderen. Sie tun dies, obwohl sie wissen, dass es illegal ist, im vollen Bewusstsein der zu erwartenden Strafe. Die Leistungsfähigkeit von Autos wird dennoch nicht reduziert. Das hält eine Demokratie bereits aus.

 „Hinter der Bezeichnung der Fans als ‘kriminelle Elemente’, als ‘Chaoten’, hinter der vorschnellen Einstufung der Fans als Kriminelle, der öffentlichen Verurteilung und Aufbauschung von Gewalthandlungen jugendlicher Fußballfans scheint in der Tat Methode zu stecken: Es lässt sich somit vortrefflich von der eigenen, alltäglichen Gewalt im Sport, wie in der Gesellschaft ablenken. Macht es wirklich einen Unterschied aus, ob ich als Erwachsener mich mit mehr oder weniger skrupellosen Methoden und Mitteln im Wirtschafts- oder politischen Leben durchzusetzen versuche, ob ich als Sportler mit allen – auch den unerlaubten – Mitteln dem Erfolg nachstrebe, oder ob ich als Jugendlicher mir Erfolgserlebnisse, Selbstwertgefühle, Bedürfnisse nach Abenteuer und Spannung, die mir die Gesellschaft vorenthält, durch Randale und Provokation hole? Gewalt ist in unserer erfolgsorientierten Gesellschaft alltäglich, allein nur die Gewalt der Jugendlichen scheint bedrohlich und besorgniserregend und der gesellschaftlichen und ordnungspolitischen Reaktion zu bedürfen“ – diese Worte des heutigen DFB-Berater Prof. Gunter A. Pilz und von Peter Becker treffen derzeit wieder zu.

 Wenn nun wieder einmal nach drakonischen und in der Regel pauschalisierenden Strafen und Verboten gerufen wird und wir die hier beispielhaft angedeutete gesellschaftliche Lage einbeziehen, ist es leider kein Wunder, dass bei den Ultras, aber auch anderen Fans, die Frustration steigt, die sich dann in manchen Fällen in einer emotional aufgeladenen Situation am Stadion möglicherweise gegen die Polizei entladen könnte.

Seit Jahren beklagt sich die Polizei in ihren Jahresberichten über Solidarisierungseffekte gegenüber Ordnungspersonal und Polizisten. Aber diese Solidarisierung ist wenig verwunderlich, wenn den Funktionären und nicht selten auch der Polizei nichts anderes einfällt als Verbote und pauschale, kollektive Strafen.

 Wir appellieren u.a.:

  • Beziehen Sie die Erfahrung von Menschen, die unmittelbar mit der Fanszene in Kontakt stehen (Fanbeauftragte, Fanprojekte, Wissenschaftler/inn/en, etc.) stärker kontinuierlich und strukturell mit ein.

Beteiligen Sie verstärkt grundsätzlich Fanvertreter an zukünftigen Gesprächen – auf Augenhöhe. Brechen Sie den Dialog zur aktiven Fanszene nicht ab, sondern intensivieren Sie ihn. Betrachten Sie Fans als Sicherheitspartner, nicht als Sicherheitsrisiko.

Verfallen Sie nicht der Illusion, mit ad-hoc-Maßnahmen, Verboten und neuen, fragwürdigen Datensammlungen Probleme rund um den Fußball lösen zu können.

Investieren Sie in eine Erforschung der Fankulturen, um Maßnahmen gezielter an Ursachen anzuknüpfen und bei Gewalt- oder Pyrovorkommen eloquenter der (Medien-)Öffentlichkeit gegenüber treten zu können.

Statten Sie alle Fanprojekte so aus, wie es das NKSS vorschreibt.

Richten Sie eine unabhängige, professionelle Ombudsstelle als vermittelnde Instanz ein.

Reformieren Sie Polizeistrategien und Ideen der (präventiven) Konfliktschlichtung, indem sie die heutige Lebenswelt von Fußballfans verstärkter berücksichtigen.

Gerd Dembowski

Jonas Gabler

Prof. Detlev Claussen

Prof. Diethelm Blecking

Prof. Manfred Liebel

H.-Georg Lützenkirchen

Prof. Jochen Zimmer

Dr. Georg Spitaler

Nicole Selmer

Martin Endemann

Adam Bednarsky

Simon Groscurth

Ian Mengel

Dr. Mark Terkessidis

Dietrich Schulze-Marmeling

Franziska Wölki-Schumacher

Dr. Gabriel Kuhn

Prof. Lorenz Peiffer

Prof. Gunter Gebauer

Dr. Lars Riedl

Benjamin Fuchs

Peter Schüngel

Prof. Clemens Pornschlegel

Dr. Jürgen Martini

Peter Czoch

Dieter Bott

Prof. Titus Simon

Jan Tölva

Johannes Seidel

Dr. Jörg-Uwe Nieland

Prof. Benno Hafeneger

Dr. Almut Sülzle

Prof. Bero Rigauer

Alexander Leistner

Victoria Schwenzer

Dr. Sabine Behn

Dr. Bernd Lederer

Dieser Brief entstand am 12.11.2011.

2. halbzeit 2011: einige lesungen und vorträge

2. halbzeit 2011: einige lesungen und vorträge

nach zwei shows in indiana wieder zurück. neuen text gibt’s in der aktuellen printausgabe von “direkte aktion“.

im august 2011 werde ich wieder was beim fätzig camp auf dem flugplatz rothenburg erzählen, vermutlich zu männlichkeiten und nationalismus um fußball. da freue ich mich sehr drauf. mitte august werde ich einige shows mit chris clavin (ghost mice/plan-it-x) in kiel und berlin spielen, ende august/anfang september 2011 mit ryan harvey in germany.
im september bin ich beim ladyfest in aachen und bei der spin-konferenz in wien.
im oktober bei der a-woche in rostock zusammen mit gabriel kuhn.
ab und zu gibt’s bei den terminen also was zu finden…

tiny tour

tiny tour

am 27.5.2011 erzähle ich was zu masse und macht bei der konferenz “woodstock vs. schlagstock” in POTSDAM (13:45 und podium 15:00 @ FREIZEIT).

am 29.5.2011 lese und singe ich “am straßenrand entlang durch die usa. eine gonzo-riot lesung” im HAMBURGer HAFENKLANG (16:00) und übersetze das anschließende gespräch zu stadtumstrukturierung in new york city.

am 30.5.2011 mache ich den gonzo-kram mit gebrüll im SUBROSA in KIEL (20:00). mit verdammt guten erinnerungen an den ort.

am 3.06.2011 stelle ich “der ball ist bunt. fußball, migration und die vielfalt der identitäten” mit einem kommentar zum deutschen nationalismus im fußball bei den linken buchtagen im BERLINer mehringhof vor (20:00).

bevor ich dann am 24.6. in BLOOMINGTON, indiana beim heiß erwarteten PLAN-IT-X-FESTIVAL vortrage und mir einen traum erfülle (bühne teilen mit mountain goats/kimya dawson, defiance_ohio, ghost mice etc.), mache ich noch zwei workshops im kreuzberg museum (16.6. und 20.6.2011, 9-14:00) zur ausstellung “schuhgröße 37. frauenfußball in ägypten, palästina, der türkei und in berlin”.
is someone around? see you there, gerd (danke an barbara, felix, jan, urban, susan)

hibernation 2011

hibernation 2011

ahoi 2011er_innen!

2011 wird ein produktionsjahr. deshalb nur eine lesung oder veranstaltung pro monat. im februar gab es noch drei: leipzig, bamberg, marburg, allesamt fußball vs. riot folk mit neuen, unveröffentlichten geschichten und gesang. meine aktuellen themen findet ihr unter „themen als referent“.

was wird? meine dissertation zu antidiskriminierungsdiskursen im englischen und deutschen (profi-)fußball. daraus sollen zwei einführungsbüchlein entstehen, eines zu diskriminierung im fußball und eines zu fußball als herrschaftstabilisierenes element.

daneben schreibe ich zur belohnung fragmente an meinem reiseroman rund um meine erste usa-reise an den straßenrändern und auf frachtzügen. fragmente für einen romanhaften teil zwei dazu gibt es auch schon, in der es um white trash in den usa, drogen, sexuellen missbrauch und anarchismus in selbstreferentieller gonzo-manier gehen wird. aber das altbekannte ding: wer weiß, wann das alles fertig wird.

soeben ist gabriel kuhns „soccer vs. the state“ bei pm press mit zwei texten von und einem interview mit mir erschienen.

und bald erscheint die zweite auflage von marvin chladas einführungsband „das universum des gilles deleuze“ bei alibri. dort gibt es eine überarbeitete version meines essays „gilles deleuze als souffleur. die müller-maschine dockt an“, in dem ich gilles deleuzes philosophie und ihre praxis mit dem theater und der dramatik von heiner müller, antonin, artaud und werner schwab zusammen bringe. hat große freude gemacht, daran noch einmal zu arbeiten.

in brighton scheint die sonne,

der fefczak-gerd

herbst 2010, kommt bestimmt

herbst 2010, kommt bestimmt

vom 10. bis 19. september 2010 gibt’s das intersquat festival in berlin. und da sollen nicht nur alle hin, sondern dort im camp werde ich auch an zwei tagen vortragen, siehe HIER.

während das von mir mit diethelm blecking herausgegebene „der ball ist bunt“ viel rezensiert wird, gibt es auch einige veranstaltungen im herbst: HIER. bin generell offen für anfragen zu diesen vortragsthemen: HIER.

hier noch ein aktuelles interview mit mir aus der stuttgarter zeitung: HIER.

die literarische arbeit leidet unter der wissenschaftlichen. oder soll ich sagen die wissenschaftliche profitiert von der unterdrückung des wunsches, mehr anderes zu schreiben? trotzdem gibt es genug neue geschichten zu lesen, erzählen und zu singen. im gerade neu entstehende programm „fußball vs. riot folk“ geht es um flucht und ausflüchte entlang des amerikanischen straßenrands, um züge, fbi und nicht zuletzt die geisterstadt cairo in illinois.

mein traum ist derzeit eine lesereise durch puerto rico. und nicht selten mache ich träume wahr…,
gerd

noch drei lesetipps:
- horst bredekamp: florentiner fußball. die renaissance der spiele
- gabriel kuhn: sober living for the revolution. hardcore punk, straight edge and radical politics: HIER
- michaela huber: multiple persönlichkeiten. überlebende extremer gewalt.

und ganz zum schluss noch 20 jahre fanladen st. pauli. herzlichen glückwunsch!

wieder aufgetaucht!!!

wieder aufgetaucht!!!

nach 27 lesungen in den usa und einer drei-romane-füllenden reise, die ich mir selber nicht mehr glaube, erscheint am 25. märz 2010 das buch der ball ist bunt. fußball, migration und die vielfalt der identitäten in deutschland, das ich zusammen mit diethelm blecking im verlag brandes & apsel herausgebe. ich habe mich besonders über die beiträge von mark terkessdis, detlev claussen, gunter gebauer, aysun bademsoy, dietrich schulze-marmeling, mirko slomka und halil altintop gefreut.

infos zum buch gibt es hier:

BUNTER BALL

einige lesungen, lehraufträge und ähnliches mache ich auch, siehe hier:

ON TOUR

einige beiträge sind erschienen, z. b. wie weich ist nationalismus im deutschen fußball im sammelband irrsinn der normalität. aspekte der reartikulation des deutschen nationalismus der projektgruppe nationalismsukritik.
mit martin endemann schrieb ich die wollen doch nur spielen. fußballfanszenen und fußballvereine als andockpunkte für neonazistische einflussnahme im ländlichen raum in friedrich burschels sammelband stadt – land – rechts. brauner alltag in der deutschen provinz der rosa-luxemburg-stiftung.

bei einer auktion in cairo, illinois habe ich für 641$ ein kleines haus direkt am mississippi river ersteigert, das ich mit allen, die lust haben, zu einem offenen haus umgestalten möchte: das cold water house. wer also lust hat, dort zeit oder material zu investieren, bitte melden…

was geht im herbst?

was geht im herbst?

zunächst mal ein großes danke nach neugersdorf, wo ich unterkunft in einem heimeligen bauwagen fand. dann danke an pau, mit dem ich die costa brava entlang nach barcelona segeln durfte. und ein letztes danke an lionel messi, der mir im camp nou zu verstehen gab, wie schön fußball noch sein kann.
mein unermüdlicher freund gabriel kuhn, der u.a. das feine buch neuer anarchismus in den usa. seattle und die folgen zusammen gestellt hat, interviewte mich neulich für alpine anarchist productions:

interview in despair & defiance (deutsche version)

interview in english:

english version

dort geht es um das individuelle überleben im haifischbecken namens leben.
ein weiteres interview zur phänomenologie des fans gibt es hier, passiert anlässlich der leichtathletik-EM:

hier bin ich fan, hier darf ich sein

die ausstellung, die ich mit ronald noack für flutlicht gemacht habe ist in verden/aller und war davor in nienburg/weser:

bericht in die harke, zeitung in nienburg

lasst euch nicht ärgern,
gerd (außerdem, räusper räusper, findet ihr mich jetzt auch bei facebook, ähem)

SOMMER, CAMPS & NEUE BEITRÄGE

SOMMER, CAMPS & NEUE BEITRÄGE

nach einer klasse frühlingstour (netter bericht hier: KIELER NACHRICHTEN) will ich weniger veranstaltungen machen. auch mein usa-roman rückt nach hinten. all das, weil ich jetzt ein doktorandenstipendium bei der hans-böckler-stiftung habe und da gut was für tun muss.

trotzdem las ich beim FUSION festival, im FÄTZIG camp und im juli noch beim antira-turnier in oberhausen.

soeben habe ich den essay „wie weich ist nationalismus im deutschen fußball?“ für einen sammelband erstellt, der demnächst im verlag westfälisches dampfboot erscheint. derzeit arbeite ich zusammen mit martin endemann an einem beitrag für die rosa-luxemburg-stiftung über fußball-unterwanderung von neonazis und ihren sympathisanten im ländlichen raum.

die zusammenarbeit mit diethelm blecking am buch „der ball ist bunt. kosmopolitisches im deutschen fußball“ (so der neue arbeitstitel) ist mir immer wieder ein fest. neu dazu kommen gespräche mit prof. gunter gebauer, mark terkessidis und dem ehem. schalke-trainer mirko slomka, den ich neulich beim 2. yep-kongress in magdeburg vor publikum interviewte.

einen neuen text von mir, warum das bayern und hoffenheim hassen langweilig ist, gibt’s im BALLESTERER